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Neue Studie zu Patenschaften am Übergang Schule Beruf veröffentlicht

Die neue Studie von involas im Auftrag der „Aktion zusammen wachsen“ zeigt, welche Rolle Patenschaftsprojekte am Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf spielen und welche strukturellen Voraussetzungen sie für wirksame Unterstützung brauchen.

Patenschafts- und Mentoringprojekte unterstützen bundesweit junge Menschen dabei, den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf erfolgreich zu bewältigen. involas hat im Auftrag der „Aktion zusammen wachsen“ (Azw) untersucht, wie diese Projekte junge Menschen in einer entscheidenden Lebensphase unterstützen, welche Bedarfe in der Praxis bestehen und welche Schlussfolgerungen sich daraus für die Weiterentwicklung des Handlungsfeldes ergeben. Die jetzt veröffentlichte „Studie zur Ermittlung der Bedarfe von Patenschafts- und Mentoringprojekten am Übergang von der Schule in den Beruf bzw. die Ausbildung“ im Auftrag der Azw bietet der Azw eine Grundlage, ihre Unterstützungsangebote auf diese Bedarfe auszurichten.

Ziel der Arbeit war es, die Landschaft der Patenschafts und Mentoringprojekte systematisch zu erfassen und sowohl ihre Bedeutung als auch ihre aktuellen Herausforderungen sichtbar zu machen. Dabei wurde der Frage nachgegangen, welche Rolle ehrenamtliches Engagement in diesem Feld spielt, wie sich Aufgabenprofile seit den frühen 2000er-Jahren verändert haben und welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit Patenschaften wirksam arbeiten können.

Breite Datengrundlage zeigt Handlungsbedarfe und Entwicklungslinien 

Die Studie stützt sich auf eine Sekundärauswertung der Projektdatenbank der „Aktion zusammen wachsen“ mit 701 Projekten, auf eine Literaturauswertung sowie auf leitfadengestützte Expert*inneninterviews. Damit verbindet sie quantitative Einblicke in die Projektlandschaft mit qualitativen Erkenntnissen zu Erfahrungen, Bedarfen und Qualitätsanforderungen in der Praxis. 

Dabei ergibt sich ein Bild von Patenschafts- und Mentoringprojekten als zwar etabliertes, aber bislang wenig systematisch erforschtes Feld des ehrenamtlichen Engagements. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt und verbessern insbesondere für sozial benachteiligte junge Menschen die Chancen beim Übergang in Ausbildung und Beruf. Zugleich stagniert die Entwicklung dieser Unterstützungsstruktur seit Jahren, während sich die Anforderungen an Pat*innen deutlich erweitert haben, etwa durch komplexere Lebenslagen, Fluchtmigration, Digitalisierung oder den Umgang mit KI.

Bedarf, Wirkung und Rahmenbedingungen von Patenschafts- und Mentoringprojekten 

Die Ergebnisse zeigen, dass wirksames Mentoring verlässliche Strukturen braucht. Als zentrale Voraussetzungen benennt die Studie ein gutes Matching, kontinuierliche Begleitung, klare Rollen und eine professionelle Koordination. Gleichzeitig verweist sie auf strukturelle Herausforderungen wie Unterfinanzierung, hohen Koordinationsaufwand, regionale Ungleichverteilung und fehlende Sichtbarkeit in kommunalen Bildungslandschaften. 

„Patenschaftsprojekte können junge Menschen in einer entscheidenden Übergangsphase wirksam unterstützen. Damit sie diese Rolle dauerhaft ausfüllen können, brauchen sie jedoch verlässliche Rahmenbedingungen und professionelle Begleitung. Wenn Zivilgesellschaft, Bildungspraxis und Politik sich das als gemeinsame Aufgabe vornehmen, können sich weitere Potenziale für die Berufsbildung entfalten“, so Studienleiterin Susanne Huth.

Die Studie ist auf der Website der „Aktion zusammen wachsen“ veröffentlicht.(LINK)