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Bundesverdienstkreuz für INBAS-Chef Nader Djafari

„Einer der wichtigsten Akteure der Benachteiligtenförderung bundesweit“ Nader Djafari erhält das Bundesverdienstkreuz

Nader Djafari, Chef von INBAS, dem Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in Offenbach/M., hat sich mit seinem Institut vor allem einer Sache verschrieben: Der Förderung von Benachteiligten – und das mit großer Wirkung. Als Anerkennung dafür, dass er „die berufliche Qualifizierung von Tausenden von Jugendlichen und Erwachsenen in Ost und West tatkräftig unterstützt hat“, erhielt er am Freitag in Bonn das Bundesverdienstkreuz am Band. Nader Djafari ist 58 Jahre alt, Bauingenieur und Erziehungswissenschaftler. Seit 1995 ist er in der Leitung von INBAS. Er lebt in Frankfurt am Main. 

Vorgeschlagen wurde Djafari vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, in dessen Auftrag er seit fast 30 Jahren Forschungsprojekte und Modellvorhaben konzipiert und ausführt und das ihn als einen der „wichtigsten Akteure der Benachteiligtenförderung bundesweit“ bezeichnet. 

Mit seinen innovativen Initiativen zur Qualifizierung und Förderung von Benachteiligten – z.B. Jugendlichen, Migranten, junge Mütter – setzt INBAS bundesweit Impulse. Ob in der Bundesagentur für Arbeit, die an einzelnen Standorten neue Wege in der Berufsvorbereitung entwickelt und erprobt; in der individuellen Betreuung von Jugendlichen durch sogenannte „Case Manager“, die Aus- und Weiterbildungsbausteine für jeden einzelnen „Kunden“ maßgeschneidert entwerfen; ob in der Akquisition von ausländischen Unternehmen als Ausbildungsbetriebe – immer kreist die Arbeit des Instituts um eine zentrale Frage: die demokratische gesellschaftliche Teilhabe auch derer, die nicht auf der ‚Schokoladenseite‘ des Lebens geboren werden. 

Seit Herbst 2002 hat INBAS in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Hessischer IHKs über 1000 neue Ausbildungsplätze in Betrieben akquirieren können, die von Ausländern geführt werden. Ausbildungsplätze für alle Schulabgänger – deutsche wie nicht-deutsche. 

Jüngstes Beispiel für die Innovationsfreude von INBAS ist die „Entwicklungsinitiative Neue Förderstrukturen“. Sie macht die Berufsvorbereitung – als Voraussetzung für den Einstieg von benachteiligten Jugendlichen in den Beruf – zu seinem zentralen Anliegen. Das Modellprojekt war so erfolgreich, dass die Bundesagentur für Arbeit wesentliche Elemente daraus bereits vor Ablauf der Modellphase in seine Arbeit zur Berufsvorbereitung übernommen hat. Denn INBAS-Studien haben gezeigt, dass bis zu einem Viertel der Jugendlichen Schule als „feindliches System“ betrachten, entsprechend wenig ausbildungsreif sind viele nach der regulären Schulzeit. Außerdem erschwert vielen Jugendlichen der Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen den Übergang von Schule zu Beruf. 

Schon sehr früh setzte sich Djafari mit Herz, Hand und Verstand für Jugendliche und Erwachsene (aus der Ordensbegründung des BMBF) ein, die aus unterschiedlichen Gründen noch eine gezielte individuelle Förderung benötigen, um den Übergang in eine Ausbildung zu schaffen und diese auch erfolgreich abzuschließen oder eine berufliche Qualifizierung nachzuholen. Besonders hat er sich nach der Wende um die neuen Bundesländer gekümmert. In einem vom BMBF geförderten Projekt stärkten kleine Teams von Fachleuten aus Ost und West den Aufbau und die Weiterentwicklung von Einrichtungen und Netzwerken für benachteiligte Jugendliche in den neuen Bundesländern. 

Nader Djafari, geboren in Teheran, migrierte 1958 zusammen mit seinen Eltern und Brüdern in die damalige Bundesrepublik. Djafaris Familie hatte Mitte der fünfziger Jahre aus politischen Gründen den Iran verlassen und war in die Bundesrepublik Deutschland eingewandert.